Ganzheitlich gesehen – Angst, Depression, Burnout
Was haben Depression, Burnout und Angst gemeinsam? Ganz gleich, in welcher Form es sich zeigt – diese seelischen Störungen sind ein Zeichen dafür, dass die Lebenskraft blockiert ist. Die ureigene Energie fließt nur noch spärlich und steht dem Individuum in kaum ausreichendem Maß zur Verfügung.
Das deutsche Wort für Depression ist Niedergeschlagenheit. Es bezeichnet, wie ich finde, den Zustand um den es dabei geht, sehr genau: Die Energie ist nieder gedrückt. Sie kann nicht oder nur wenig emporsteigen und das bedeutet, dass sie das Herz nicht erreicht. Doch im Herzen wohnen Freude, Begeisterung und Lebenslust. Wie soll der Mensch das empfinden, wenn seine Energie gar nicht bis dorthin kommt?!
Ähnlich ist es mit der Angst. Das Wort ist mit dem Wort 'Enge' verwandt. Somit bedeutet Angst, dass ein Zusammenhalten, ein Sich-zusammen-reißen besteht. Die Energie fließt nicht nach außen, sie kann nicht ausgedrückt werden und staut sich im Inneren an. Durch diesen Stau entsteht das Gefühl der Angst.
Burnout, das 'Ausgebrannt sein" bezeichnet einen Zustand der Kraftlosigkeit. Anscheinend ist keine Energie mehr vorhanden, denn nichts geht mehr: Man ist unendlich müde oder völlig überreizt oder beides zugleich. Die körperliche und die seelische Abwehr sind halbwegs zusammengebrochen. Ein Burnout vereint die Symptome von Depression und Angst: Schlafstörung, Weinen ohne nennbaren Grund, Angstzustände, Panikattacken, um nur einige zu nennen.
Alle drei sind Störungen auf der seelisch-emotionalen Ebene. Etwas ist im Ungleichgewicht, etwas hat überhand genommen. Ausgelöst durch ein Zuviel, ein zu einseitig auf der anderen Ebene. Diese andere Seite, die so stark geworden ist, ist die rationale Ebene. Wenn das Denken mit all seinen Forderungen zum Antrieb geworden ist, wird der Mensch zum Getriebenen. Leistungswille, Streben nach Anerkennung oder eine unbestimmte Sehnsucht treiben ihn an – immer höher, weiter, schneller – läuft der Mensch sich selbst davon.
Wir denken, wir müssten schön sein, müssten schnell sein, müssten besser sein – wir denken, wir werden nur gesehen und anerkannt, wenn wir möglichst viel leisten. Wir denken, der Andere würde uns lieben, wenn wir so und so aussehen oder dies und das können.
Aber das Menschliche findet auf einer anderen Ebene statt. Nämlich auf der des Herzens. Mit den Augen des Herzens betrachtet, ist äußere Makellosigkeit unwichtig. Mit den Augen des Herzens gesehen, ist alles Funktionieren und Leistung bringen ein unnatürlicher Krampf. Und noch dazu völlig überflüssig. Das Herz sieht stets in das Herz des Anderen – und dort ist Verständnis, Zuneigung und Liebe.
Wir haben verlernt, mit den Augen des Herzens zu sehen.
Wir schauen mit den Augen des Verstandes.
Und das bedeutet, das alles was wir sehen, bewertet, verglichen und beurteilt wird:
Das ist besser. Das ist schlechter.
Das hat er oder sie gut gemacht. Das hätte er oder sie besser machen sollen.
Das ist schöner, das ist kostbarer, das ist …
Es gibt keinen Bereich des Lebens, wo wir nicht bewerten!
Achten Sie nur ein Mal einen Tag lang auf Ihre Gedanken und prüfen Sie sie auf Beurteilung. Sie werden erstaunt sein, wie tief Sie im Bewerten und Urteilen stecken. Wie sehr Ihr Verstand das Sagen hat.
Das ist das Erbe unserer Kultur. Das Erbe der Leistungsgesellschaft. Nicht Sein – und dafür geliebt werden, dass man ist – sondern (An)Schein wahren und so tun, als ob … damit man dazu gehört.
Aus ganzheitlicher Sicht dient diese Entwicklung dem seelischen Wachstum des Menschen. Wir haben alles Mystische und Magische verbannt, als das Zeitalter der Aufklärung begann. Wir haben dem Verstand den Vorrang gegeben und sagten "Ich denke, also bin ich". Wir haben unsere mentale Leistungsfähigkeit auf die Spitze getrieben und darüber unsere emotional-magische Natur vergessen und verleugnet. Wir wurden zu Dienern des Verstandes, der nur glaubt, was man beweisen kann. Der wissenschafts- und autoritätsgläubig ist und keine eigene Meinung zulässt.
Depressionen, Angststörungen und Burnout treten in unserer Kultur so gehäuft auf, weil diese Einseitigkeit jetzt ausgeglichen werden soll. Wir müssen zurück finden zu uns selbst. Zu dem, was das Herz sagt, will und braucht. Dazu ist es notwendig, wieder zu fühlen. Wir müssen unsere Gefühle zulassen und leben.
Die Zeit des Verdrängens, die mit den Generationen der beiden Weltkriege ihren Höhepunkt erreichte, ist vorbei. Wir dürfen wieder fühlen. Wir leben nicht mehr im Krieg, wo es dem Überleben diente, nicht zu fühlen. Der Krieg findet stattdessen jetzt im Inneren statt: Verstand gegen Gefühle. Ratio versus Emotion. Es ist Zeit für ein neues, inneres Gleichgewicht.
Beginnen Sie noch heute. Lernen Sie Ihre Gefühle kennen. Und haben Sie bitte keine Angst davor. Denn damit würden Sie sich vor sich selbst fürchten. Auch Ihre dunklen Gefühle sind Ihre Gefühle. Sie sind Teil von Ihnen. Indem sie ins Licht geholt werden, können sie sich wandeln und als neue Kraft zur Verfügung stehen.
Auf diesem Weg begleite ich Sie gerne ein Stück – hin in Ihre Kraft, Ihre Mitte. Dafür habe ich mein 6-Wochen-Coaching-Programm entwickelt. Es wird Sie darin unterstützen, mit sich selbst gut umzugehen und wieder auf die eigene Seele zu hören.
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Bildnachweis: utk












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