Zum Weitersagen:

Ute Königstedt

Folge Seele_der_Dinge auf Twitter

Seniorbook:

Auf seniorbook.de teilen

Die Seele sehnt sich nach Licht


Die Seele sehnt sich nach Licht

Die schwere Erkrankung zweier Menschen in meinem Umfeld haben mich über die Licht- und Schattenseiten des Lebens nachdenken lassen. Das Thema führte mich in einem weiten Bogen zu den Urgründen unserer Sehnsucht nach Licht.

Es würde mich freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen oder Erkenntnisse dazu in einem Kommentar am Ende des Textes teilen.

 

Am Anfang steht das Leben

Jüngere Forschungen haben gezeigt, dass selbst in dunklen Felsenhöhlen und in der ewigen Dunkelheit der Tiefsee Leben existiert. Es gibt Pflanzen und Tiere, die an die Erfordernisse eines Lebens ohne Licht angepasst sind. Der Mensch gehört nicht dazu. Für uns ist Licht lebensnotwendig.

Das große, natürliche Licht, das unseren Tag erhellt, ist die Sonne. Sie spendet Wärme und Helligkeit, die Grundlagen unseres Daseins. Ohne ihr Licht gäbe es weder Pflanzen, die Nahrung und Sauerstoff produzieren noch Tiere, die unser Leben begleiten. Wir sind als Mensch vom Licht abhängig. Nicht nur, dass es in unserem Körper die Produktion von Vitamin D anregt, auch unsere Seele sehnt sich nach sonnigen Tagen. Ganz besonders in den Wintermonaten.

Auf der seelisch-geistigen Ebene spielt Licht eine ebenso große Rolle. Mit dem Licht des Verstandes können wir die Welt erkennen und verstehen. Mit dem Licht des Herzens verstehen wir die Seele.
 

Platons Höhlengleichnis

Um das Erkennen der Welt geht es auch in Platons Gleichnis. Da leben Menschen in einer großen Höhle mit einem breiten Eingang, durch den ein wenig Sonnenlicht und der Schein eines Feuers fallen. Die Körper der Menschen sind so fixiert, dass sie nur auf die Wand sehen können. Auf ihr bewegen sich Schatten, die von Außen in das Innere der Höhle geworfen werden. Die fest angebundenen Menschen glauben, dass das, was sie auf der Wand sehen, die Realität ist. Sie kennen weder das wahre Leben, noch den Sonnenschein oder gar die Freiheit.

Würde man einen derart sozialisierten Menschen mit der Helligkeit des Tages und der Weite der Welt konfrontieren, wäre er wohl außer Stande, sie zu begreifen. Er wäre vom Licht geblendet und würde gar nichts mehr sehen, bis sich seine Augen an das Licht gewöhnt haben. Wahrscheinlich wäre er ziemlich verwirrt, vielleicht würde er sogar verrückt. So viel Licht und Freiheit wirken auf einen Menschen, der bisher im Schatten gelebt hat, extrem verstörend.

In ihrem Bemühen, zu verstehen, was sie auf der Wand sehen, haben die Menschen in der Höhle eine „Wissenschaft von den Schatten“ entwickelt. Würde nun einer, der das Licht gesehen hat, von seinen neuen Erkenntnissen berichten, würden sie ihn verspotten und auslachen. Der Lichtbringer hätte in einer Gesellschaft der Schatten einen schweren Stand.


Auf der Suche nach der lichtvollen Seite

In unserer Welt werfen die Dinge, die im Licht stehen, einen Schatten. Jeder Baum, jeder Strauch und jede Blume, Häuser, Berge, Menschen – alles erzeugt seinen Schatten, denn wo Licht ist, ist stets auch Dunkelheit. Die Frage ist nur, worauf wir unsere Aufmerksamkeit konzentrieren. Vielleicht geht es Ihnen wie mir und Ihre spontane Antwort lautet „natürlich auf das Licht!“ Sie werden gleich sehen, dass dies eine Fehleinschätzung ist, die sich durch unsere gesamte Gesellschaft zieht.

An trüben, verregneten Tagen ist unsere Aufmerksamkeit beim schlechten Wetter. Es ist zu grau, zu kalt, zu nass, zu stürmisch. Wir konzentrieren uns auf die dunkle Seite. Haben wir Streit mit Familienangehörigen oder Ärger im Beruf, denken wir ständig daran und schenken der verärgerten, dunklen Seite unsere Aufmerksamkeit. Genauso verhält es sich mit finanziellen oder gesundheitlichen Problemen. Wir sind mit unserer Energie und Aufmerksamkeit beschäftigt, das Kranke zu verstehen und zu ändern. Wir schauen nicht auf das Lichtvolle, wo die Lösung liegt.

Lesen Sie Zeitung? Schauen Sie fern? Was nehmen Sie da auf? Nur die wenigsten Nachrichten können als lichtvoll bezeichnet werden. Erzählt Ihr Kollege, Ihre Nachbarin oder ein Freund gerne Schauergeschichten? Klatsch und Tratsch sind selten frei von Vorurteilen oder fixen Vorstellungen. Sie sehen: Die Schatten an der Wand sind in unserem Leben allgegenwärtig.

Als Kind habe ich gerne Schattenfangen gespielt. Man konnte es nur an sonnigen Tagen tun und nur im Freien. Es machte großen Spaß, hinter den anderen Kindern herzujagen und zu versuchen, auf ihren Schatten zu treten. Wer einen Schatten traf, wurde vom Getroffenen abgelöst und musste schnellstens weglaufen. Ja, Schatten fangen macht Spaß! Wenn man es im vollen Licht spielt.

Mit dem Licht des Herzens können wir die Schattenthemen unserer Seele fangen und ablösen. Die Voraussetzung dafür sind lichtvolle Gedanken und ein Herz, das die Weite der Freiheit kennt, ein Herz das liebt.
 

Die Dunkelheit verwandeln

Je mehr Schatten wir in unserem Inneren fangen und erlösen, umso mehr verändert sich unsere Wahrnehmung für die Schattenthemen im Außen. Alles verändert sich, wenn wir es im Licht der Liebe betrachten.

Noch immer glauben viele Menschen, dass man die Dunkelheit bekämpfen müsse. Sie verwenden viel Zeit und Energie darauf, gegen etwas zu sein oder versuchen, mit lichtvollen Waffen Veränderungen herbeizuführen. Aber auch ein Laserschwert bleibt ein Schwert. Die Lösung ist viel einfacher. So einfach, dass wir oft erst spät darauf kommen: Man muss nur Licht in die Angelegenheit bringen!

Stellen Sie sich ein kleines Haus in einer weiten, menschenleeren Landschaft vor. Türen und Fensterläden sind geschlossen. Es gibt kein elektrisches Licht und auch keine Kerzen oder Öllampen. Im Haus herrscht absolute Finsternis. Auch von Draußen scheint kein Licht herein. Die mondlose Nacht ist stockfinster. Wie würden Sie die Dunkelheit bekämpfen? Mit Schattenboxen?

Sie könnten anfangen, zu singen. Singen vertreibt Angst und macht das Herz frei. Gesang ist eine Form von Gebet, das uns mit den höheren Ebenen des Seins verbindet. So könnten Sie aus vollem Herzen singend, einfach abwarten. Ohne Anstrengung, ohne kräftezehrenden Kampf, einfach auf das Licht warten. Wenn die Sonne aufgeht, ist es da. Nun brauchen Sie nur noch Türen und Fensterläden zu öffnen. Das Licht fällt in ihr Haus hinein. Ganz von selbst, ohne Anstrengung. Und wie von Zauberhand verschwindet jegliche Dunkelheit. Licht ist die stärkste „Waffe“, die es gegen jede Form von Dunkelheit gibt.

Das Gute daran ist, dass jedes Licht, ob geistig oder materiell, die Dunkelheit verdrängt. Umgekehrt funktioniert das nur auf der mentalen Ebene. Da hat der Mensch es zum Perfektionismus gebracht und kann jede gute, erhabene Stimmung durch niederziehende Gedanken vertreiben. In der Natur funktioniert das nicht. Selbst der Sonnenuntergang entsteht nicht, weil sich die Dunkelheit Bahn bricht, sondern weil das Licht sich zurückzieht und der Nacht Platz macht.

Licht ist, so möchte ich behaupten, die stärkste Kraft im Universum. Sie kann es auch in uns sein. Dazu müssen wir nichts weiter tun, als uns für das Licht des Geistes und des Herzens zu öffnen.
 

Ins Licht gehen

Aus Berichten über Nahtoderfahrungen weiß man, dass es Menschen gibt, die einen Lichttunnel wahrnehmen, wenn sie diese Welt verlassen. Nach ihrer Rückkehr ins Leben erinnern sie sich an ihren starken Wunsch, in dieses überirdische Licht zu gehen. Dieser Hinweis auf unser letztes Ziel ist zugleich ein Hinweis für unser Leben. Wir haben die Wahl: Wir können unser Ziel, ins Licht zu gehen, bis zum Lebensende aufbewahren oder wir wenden uns bereits im Leben dem Lichtvollen zu. Es beginnt in unserem Denken und Fühlen. Je heller wir unseren Stern strahlen lassen, desto mehr Licht geben wir durch unser Sein und unser Tun an Andere weiter. Das finde ich schön.
 


Text: © Ute Königstedt, Frankfurt am Main, 15.01.2013

Foto: © Peter Wetzel, PIXELIO

Empfehlen Sie diesen Beitrag in Ihrem Netzwerk: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • MisterWong
  • email
  • LinkedIn
  • Twitter
  • XING

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Deprecated: Function set_magic_quotes_runtime() is deprecated in /home/www/web361/html/chCounter/counter.php on line 61

Deprecated: Function set_magic_quotes_runtime() is deprecated in /home/www/web361/html/chCounter/counter.php on line 1794