Zum Weitersagen:

Ute Königstedt

Folge Seele_der_Dinge auf Twitter

Seniorbook:

Auf seniorbook.de teilen

Monatsarchive: Juli 2011

Was geschah und noch heute wirkt

 

Während des Zweiten Weltkriegs und in den Jahren danach erlebten Millionen Menschen unermessliches Leid

Einer dieser Menschen war Ihr Großvater, Ihre Großmutter, möglicherweise sogar Ihr Vater oder Ihre Mutter.

Sie haben nie darüber gesprochen, was ihnen widerfahren ist. Und wenn, dann meist zögerlich und in kurzen Worten. Die Gefühle, die sie erschütterten, begruben sie tief in ihren Herzen. Diese Generation durfte nicht fühlen, durfte nicht wahrnehmen. Sie war mit dem Wiederaufbau einer zerstörten Gesellschaft und eines zertrümmerten Landes beschäftigt.

Wer hätte ihnen auch helfen sollen? Jeder war betroffen. Jeder hatte den Verlust von etwas oder jemandem zu beklagen.

Weiterlesen

Empfehlen Sie diesen Beitrag in Ihrem Netzwerk: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • MisterWong
  • email
  • LinkedIn
  • Twitter
  • XING

Dienst und Demut

Ein Artikel vom 8. Februar 2008 aus meinem früheren Blog

Dienst & Demut

Der jetzt stattfindende Wandel im menschlichen Bewusstsein bringt es mit sich, dass auch Jahrtausende alte Begriffe wie Dienst und Demut unter die Lupe genommen werden und aus dem Inneren heraus neu verstanden werden wollen.

In meiner täglichen Arbeit begegnen mir immer wieder Menschen, die ihr Leben in den Dienst am Mitmenschen gestellt haben und sich dabei verausgaben, bis hin zur Selbstaufgabe. Es ist ein Phänomen unserer Zeit, dass „Dienst“ an den Kräften zehrt und sehr häufig mit einem – manchmal tief unbewussten – Gefühl von Schuld oder Mangel verbunden ist.

Das bedeutet, dass der Helfende – der im Dienst stehende – seine persönliche Kraft einsetzt, um für Andere da zu sein. Es sind die Erfahrungen seiner Kindheit, die ihn geprägt und zu einem Helfertyp gemacht haben. Meist gab es in der Herkunftsfamilie ein Elternteil, das unter einer chronischen körperlichen Erkrankung oder einer seelischen Not litt. Nicht selten ist das Vorhandensein von Leid bereits in vorherigen Generationen zu finden.

Eine Seele, die sich in eine solche Situation inkarniert und sich zur Aufgabe gemacht hat, Anderen zu dienen, lernt dann als Kind, wie sie sich selbst vergisst. Sie lernt, ein Gespür dafür zu entwickeln, was der Andere brauchen könnte, damit es ihm besser geht und passt sich auf diese Weise mehr und mehr dem Leidenden und seinen Bedürfnissen an. Er wird zu einer Marionette, die tut, was Andere wünschen.

Dieses angelernte Verhaltensmuster, das mit der Entwicklung der sensitiven Wahrnehmung einher geht, setzt sich im Heranwachsenden fort. Der innere Druck, der durch die Anpassung an das Leid Anderer entsteht, baut sich mit den Jahren immer mehr auf. Er entsteht dadurch, dass der Mensch, der dem anderen dient, sich selbst geopfert hat: Er hat seinen Seelenauftrag vergessen und lebt nicht aus sich selbst und seiner eigenen Kraft heraus, sondern fremdbestimmt, das heißt: Immer bemüht, dass es dem Anderen gut geht.

Der im Dienst stehende setzt seine persönlichen Kräfte ein, opfert sich auf und verbraucht seine Reserven. Seine Kraft ist nicht automatisch angebunden an eine überpersönliche Quelle. Dieses Phänomen ist weit verbreitet und hat damit zu tun, dass der rationale Verstand, die so genannte Vernunft, über das Vertrauen in das Leben gestellt worden ist. So werden im Dienst am Nächsten persönliche Ressourcen verbraucht.

Ein Ausweg aus der zunehmenden Entkräftung und Selbstaufgabe ist die innere Arbeit. Indem die tieferen Beweggründe für das Helfen wollen und Dienen, das heißt, für die Zurücknahme der eigenen Macht, angeschaut und verstanden werden, kann sich der Mensch von den in der Kindheit gefestigten Verhaltensmustern befreien und zu seiner ursprünglichen seelischen Kraft und Aufgabe zurückfinden.

Wenn er sich dann entscheidet, sein Leben in den Dienst am Nächsten zu stellen, sind die Voraussetzungen für das Dienen vollkommen verändert. Er handelt dann nicht länger aus einem Gefühl von Hilflosigkeit, Mangel oder Schuld, sondern aufgrund eines höheren Auftrages seiner Seele. Er ist in seiner Kraft und verbunden mit den Kräften des überpersönlichen Selbst.

Aus dieser Position heraus wird der Dienst zu einer freudvollen Weitergabe von höheren Kräften: Der Mensch hat sich in den Dienst einer größeren Macht gestellt. Er hilft nicht länger, weil er von Verhaltensmustern aus der Not des Leidens getrieben ist, das er in seiner Kindheit erlebte. Er dient jetzt aus freien Stücken und mit offenem Herzen. Er weiß, dass durch ihn eine Kraft wirkt, die größer ist als ein kleiner Mensch.

Indem dies erkannt und anerkannt wird, entsteht wahre Demut

Es ist eine Demut, die sich nicht von Menschen gemachten Konzepten oder menschlichen Autoritäten beugt, sondern sich vor dem Größeren Ganzen ver-beugt. Diese Demut erfüllt den Dienst am Nächsten mit Freude. Sie zehrt nicht an den persönlichen Kräften, im Gegenteil.

Wer die Muster seiner angelernten Verhaltensweisen erkannt und gelöst hat, wird seine eigene Seele und deren Auftrag wieder finden. Dann ist er verbunden mit den überpersönlichen Kräften seines Höheren Selbst und sein Handeln erfährt einen neuen, einen grundlegend anderen Antrieb. Wahrer Dienst kommt aus der Kraft der bewusst gewordenen Seele. Er erfüllt und nährt den Menschen, der sich für Dienst am Nächsten entschieden hat – und jeder, der an die höheren Kräfte angebunden ist, gibt diese weiter.

In der erneuten Anbindung an das eigene höhere Selbst lernt der Mensch, dass vor der Fürsorge für Andere die Selbstfürsorge steht. Nur, wer für sich selbst gut sorgt, ist in der Lage dauerhaft Kraft und Liebe weiterzugeben. Das gilt für professionelle Helfer ebenso wie für Familienmitglieder, die für andere da sind. Es gilt für Politiker und Künstler, die Aufgaben für das Kollektiv übernommen haben und letztlich gilt es für jeden Menschen, denn wir alle stehen im Dienst des Größeren Ganzen.


Bildnachweis: siepmannH  / PIXELIO

Empfehlen Sie diesen Beitrag in Ihrem Netzwerk: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • MisterWong
  • email
  • LinkedIn
  • Twitter
  • XING

Deprecated: Function set_magic_quotes_runtime() is deprecated in /home/www/web361/html/chCounter/counter.php on line 61

Deprecated: Function set_magic_quotes_runtime() is deprecated in /home/www/web361/html/chCounter/counter.php on line 1794